Leseempfehlung:

Das Gewicht der Worte von Paul Mercier (Hanser)
Dieses Buch bekommt einen festen Platz auf meinem Schreibtisch, nicht nur, weil ich mit Worten jongliere.

🎬📚 Lesezeit oder Mußestunde, wie ihr wollt. "Das Gewicht der Worte" von Pascal Mercier. Es geht um Licht und Schatten im Leben, um neu gewonnene Lebenszeit. Mercier, oder besser sein Protagonist, reflektiert die Zeit, als habe er eine Zeit geahnt, in der wir uns gerade befinden. Ganz frisch in diesem Jahr erschienen im Hanser Literaturverlage. Mich faszinierten Ă€hnliche Situationen, wie wir sie gerade erleben, ich weiß jedoch, dass ich es immer gerne zu jeder Zeit gelesen hĂ€tte. Es geht in dem Buch auch um eine Katastrophe, die sich als Wendepunkt erweist, in dem man seinem Leben nochmal eine neue Richtung gibt. Ich kenne so etwas auch. Spannend, philosophisch, und Meer kommt auch drin vor, was will ich mehr.
#wandelsinn 😅 [keine bezahlte Werbung/herzliche Empfehlung]


Aktuelle Rezensionen:

Café Zeitlos

Eine ErzĂ€hlung ĂŒber die FlĂŒgel der Seele

von Rainer Haak


Neu:

Die letzten ihrer Art von Maja Lunde
Erschienen 10/2019 im btb Verlag

Aktuelle Empfehlung:

Laufen

von Isabel Bogdan

Es geht nicht, wie man vielleicht denken könnte, nur umŽs Laufen, es geht um Leben und Tod und Trauerverarbeitung.


Inhaltsangabe:

Vogelperspektiven -

"Gute WĂŒnsche, die beflĂŒgeln" von Rainer Haak

 

77mal Dankbarkeit

"Weil das Leben kostbar ist" von Rainer Haak

 

"pusteblume" von Bernhard Bergmann

"Dornröschenhaus" von Marlies Blauth

"Alt - was nun?" von Cornelia Coenen-Marx

"Die Leichtigkeit des Glaubens" von Rainer Haak

Vogelperspektiven

Vogelperspektiven von Rainer Haak
"Hör einem Vogel zu und stell dir vor, er singe nur fĂŒr dich." Felderleicht illustriert von Sabine Waldmann-Brun.

77mal Dankbarkeit


pusteblume

Bernhard Bergmann

Edition Toni Pangratz 115

"Rezension" - hier entlang:


"FrĂŒhling kommst zurĂŒck

mit den Farben des Mandelbaums"

 

Mit „fĂŒr ein lĂ€cheln fahren wir viel zu schnell“ trifft Marlies Blauth den Nerv unserer Zeit. „die Stunde fĂ€hrt an mir vorbei“. Damit meint sie wahrscheinlich nicht die Stunde, die wir erst im Herbst nach erneuter Zeitumstellung wieder zurĂŒck erhalten werden.

 

„SehnsĂŒchte“, Erinnerungen, Befindlichkeiten kratzt Blauth an oder bringt sie auf den Punkt. Wir sehen, hören, erkennen, finden uns selbst.

 

"ich kann nicht mehr Denken vor lauter Gegenwart - sitze auf einer Insel zwischen den Zeiten. die Hoffnung ist eine PlastiktĂŒte im Meer."

 

 

"halt dich fest

 aber so

 dass du nicht krumm wirst

 aus Angst vor dem Neuen"

 

 

 

"wir wohnten damals

 im apfelbaumhaus

 und ließen die zeit

 in der welt zurĂŒck."

 

 

Marlies Blauth ist kreativ im wahrsten Sinn des Wortes. Aber nicht nur das scheint sie mit einer Leichtigkeit auf das Papier zu bringen. Ausstellungen im In- und Ausland zeigten ihre Bilder mit all ihren verschiedenen Nuancen. Mir persönlich gefallen die Zeichnungen sehr gut. Jedoch hat sie noch vieles mehr in ihrem Repertoire, wie eben dieser Gedichtband, gerade neu erschienen. Ich schaue immer mal wieder hinein in das wunderbare Buch. Meine BĂŒcher im Regal hießen es herzlich willkommen ;-)

 

© geertjens

 

Marlies Blauth

Dornröschenhaus

Gedichte 

edition exemplum


Alt? Was nun? - Noch einmal alles offen...

 

Keine Zeit der Verzweiflung, sondern eine Chance, die es zu nutzen gilt.

 

 

So sieht es Cornelia Coenen-Marx und schreibt es in einem 200seitigen Buch mit dem Titel: „Noch einmal ist alles offen“ nieder. Der Untertitel „Das Geschenk des Älterwerdens“ lĂ€sst ahnen, worauf es hinfĂŒhren soll.

 

Jedoch wird dabei nichts beschönigt, ganz im Gegenteil. Dass die Gesellschaft, die Verantwortlichen in der Politik gerade „die Alten“ vernachlĂ€ssigt und daran noch einiges unbedingt berichtigt werden sollte, das ist offensichtlich. Coenen-Marx macht dies in ihrem Buch sehr deutlich und es ist gut, es noch einmal so komprimiert zu lesen, obwohl uns vieles davon nicht unbekannt ist. In dieser BĂŒndelung, die die Autorin leistet, werden die Probleme der Zukunft deutlicher.

 

Aber keine Angst, dies Buch macht nicht depressiv. Es lĂ€sst uns begreifen, dass wir gerade im Alter eine gute Chance haben, einige unserer TrĂ€ume zu realisieren. Die Voraussetzungen dafĂŒr haben wir. Darauf weist das Buch in einer beeindruckenden Art hin. Wenn wir es in „jungen Jahren“ gehört hĂ€tten, wĂ€re uns der Glaube daran schwer gefallen: Die RĂŒckschlĂ€ge, die wir vielleicht hinnehmen mĂŒssen, bringen uns in unserem Leben oft weiter, als die Dinge, die wir leisten und uns erfolgreich machen. Das ist in diesem guten Buch auf eine kurzweilige Weise nachzulesen.

 

Es macht Mut, dem Älterwerden mit Gelassenheit zu begegnen und sich darauf zu freuen. Lest dieses Buch! Ich habe mich beim Lesen hĂ€ufig wiedergefunden und mochte es nicht mehr aus der Hand legen. Mein Bleistift kennzeichnete Stellen, die ich spĂ€ter noch einmal lesen werde.

© geertjens

 


 

Glauben – leicht gemacht?

 

„Die unerhörte Leichtigkeit des Glaubens“

so heißt das Buch, das Rainer Haak schrieb. Es erschien im September 2017 im adeo-Verlag.

 

 

Am 29.08. hielt ich es in meinen HĂ€nden und legte es erst einmal wie einen Schatz auf den Tisch. Ich hatte beim ersten Sichten des Inhalts in aller OberflĂ€chlichkeit sehr schnell begriffen(Verstand) oder besser vielleicht gespĂŒrt(Seele), dass es mein Buch werden wĂŒrde. Lesen Sie das Buch. Sie werden sehr bald merken, was es mit der Unterteilung der Begriffe Seele und Verstand auf sich hat. Der Verstand und die Seele fĂŒhren in der Innenwelt des Autors einen Dialog. SpĂ€ter kommt die Außenwelt als wichtiger Aspekt zum Tragen.

 

Mir kam das Buch von Rainer Haak gerade recht, in einer Zeit, in der ich merkte, wie mein Verstand stĂ€ndig mit der Seele kĂ€mpfte oder umgekehrt, die Seele versuchte den Verstand zu ĂŒberzeugen. Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch die Worte: „Glaube macht nur groß – nicht klein. Glaube schenkt Freiheit und Leichtigkeit – nicht Druck. Glaube lebt zuerst im Herz – und erst dann im Kopf. Glaube macht das Leben bunt – nicht grau.“

 

Als Kind kam der Glaube in mein Herz. Meine Eltern hatten einen großen Anteil daran. Gott sei Dank! In letzter Zeit ertappte ich mich zunehmend, dass mein Verstand den Glauben begreifen wollte. Das fĂŒhrte aber eher zum Zweifeln als zum Glauben. Ich spĂŒrte, ich brauche beides: meinen Verstand, aber unbedingt auch meine Seele.

 

 

Diese Balance, die nötig ist fĂŒr „Die unerhörte Leichtigkeit des Glaubens“, die uns Rainer Haak nĂ€her bringen möchte, ist ihm auf eine poetische Art und Weise gelungen. So erfuhr ich es. Er selbst spricht von der poetischen Dreieinigkeit, die er in Geborgenheit, Wachstum und VerĂ€nderung, Liebe und Lebendigkeit einteilt. Die Geborgenheit kennzeichnet er mit der blauen Farbe, Wachstum und VerĂ€nderung erhalten einen grĂŒnen Anstrich. „Rot ist die Farbe der Liebe, Gold steht fĂŒr die FĂŒlle des Lebens.“

 

Der Autor liebte es, Listen zu erstellen, zu hinterfragen, zu analysieren. Auch bei ihm schien sein Verstand die Seele erdrĂŒcken zu wollen. Seine Seele ließ es nicht zu. Mit einem Fest schließlich erfuhren Seele und Verstand eine Balance, die sie zusammen tanzen ließ. Singen und Tanzen musste die Seele vorher meistens alleine. Zum Fest waren viele GĂ€ste geladen, da fĂŒhrte der Verstand mal keine Liste, an der die Seele fast verzweifelte. Das erledigte ich dann als Leserin.

 

 

 

 

Es waren sechzehn GĂ€ste, die Freude, die KreativitĂ€t, das Verletzte GefĂŒhl, die Wut, der Frieden, die Angst und der Mut, die Trauer und die Liebe, und noch mehr waren dabei. Nicht zu vergessen der kleine Clown. Das Licht spielte eine wichtige Rolle, auch der Regenbogen durfte nicht fehlen.

 

Ich könnte noch viel mehr schreiben. Einhundert und zweiundzwanzig Seiten GlĂŒck. Dieses GlĂŒck, die Lebendigkeit sollten Sie selbst erfahren, wenn Sie Seite fĂŒr Seite umblĂ€ttern und immer weiter lesen möchten. Auch solche BĂŒcher, fĂŒr mich vor allem solche, können ebenfalls zu den so genannten „Pageturnern“ werden, wie gerne Krimis oder Actionthriller angepriesen werden.

 

 

 

 

Schnell wollte ich eigentlich nicht lesen, dieses Buch. Ich wollte es mit Muße lesen, weil ich es sofort sehr mochte. Nun werde ich es noch einmal lesen. Das passiert nicht oft. Es gibt einige gute BĂŒcher, die hier noch auf mich warten. Jedoch dieses Buch möchte ich immer mal wieder in die HĂ€nde nehmen, darin blĂ€ttern. Angestrichene Stellen werden mir den Weg weisen. Wie dieses Buch ein Wegweiser sein kann fĂŒr uns alle, gerade in der heutigen Zeit. In der die Ereignisse in der Welt uns manchmal unsicher machen, was wir glauben sollen. Aber gerade dieses Buch kann uns ein Begleiter sein, der uns begreifen lĂ€sst und den Glauben leicht macht. Danke, Rainer Haak, fĂŒr dieses Buch.

 

"Lehrender Christus" von Ernst Barlach,

fotografiert bei einem Besuch in der Antoniterkirche Köln, Schildergasse.

 

Liebe Leser und Leserinnen, verzeihen Sie mir, wenn ich vielleicht nicht immer sachlich rezensierte. Das wÀre mir bei diesem Buch schwer gefallen. Auf dieses Buch konnte ich nur mit einem leicht poetischen, sehr persönlichen Text reagieren.

 

Geertje Wallasch, alias July JĂŒrgens          7. Oktober 2017

© geertjens