"Der Messias"

in der Heilig-Geist-Kirche Geldern

2-Minuten-Video vom "Halleluja" auf Berichte, Rez. und mehr


Vorbericht in der Rheinischen Post:

12. Januar 2019

Kultur in Geldern

Männer und Frauen für den „Messias“

35 Sänger haben sich zum Projektchor der evangelischen Kirchengemeinde Geldern vereinigt. Sie proben für die Aufführung des berühmten Oratoriums von Georg Friedrich Händel. Die Aufführung ist am 27. Januar

 

Michael Klatt

 

Langsam baut sich die Textzeile auf: „So, Gott, errette mich.“ Die Sopranistinnen beginnen, die Bässe folgen, die Frau am Keyboard unterstützt mit der Führungsstimme und gibt schnell das Stopp-Zeichen. Noch einmal setzen die Sänger ein, um prompt noch einmal unterbrochen zu werden. Erst beim dritten Mal kommen sie bis ans Ende der Passage, und die Frau am Keyboard nickt zufrieden.

 

Nun also Georg Friedrich Händel. Dessen berühmtes Oratorium „Der Messias“ hat sich der Projektchor der evangelischen Kirchengemeinde Geldern vorgenommen. Nach Joseph Haydns „Die Schöpfung“ und Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ ist es das dritte große Vokalwerk, für das die Kantorei auch Sänger von außerhalb zum Mitsingen gebeten hat.

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Anfang 2018 erschien die entsprechende Pressemitteilung. „Und die Resonanz war enorm“, erinnert sich Geertje Wallasch, die in der Kirchengemeinde für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Meldungen kamen nicht nur aus Geldern, sondern auch aus Issum und Kerken. Rund 35 Frauen und Männer waren es schließlich, die sich unter der Leitung von Kantorin Jeehyun Park an das Einstudieren des populären Barock-Werks machten. Anfangs alle 14 Tage, jetzt, wo der Termin der Aufführung näher rückt, wöchentlich. „Es läuft gut“, sagt die Kantorin.

 

Sie eilt in die Sakristei, wo sich einige der Akteure während der Pause mit einem Imbiss stärken. Andere Mitglieder des Chors sitzen wartend in den Bänken der Heilig-Geist-Kirche. Dieser Probenabend geht in seine zweite Hälfte. Einige Stücke aus dem zweiten und dritten Teil des Händel-Oratoriums stehen auf dem Plan.

Mit Seiten- und Taktzahl gibt Jeehyun Park die Stelle vor, an der es weitergeht. „Hier lauter werden“, fordert sie, spielt und singt einzelne Passagen vor. „Mezzoforte“ heißt es für die Dynamik. Lange Linien werden gesungen. „Beim letzten Ton nicht lauter werden“, mahnt die Dirigentin. Dann demonstriert sie, wie die Sopranistinnen eine besonders hohe Stelle rund und voll tönen lassen sollen. „Genau“, meint sie, als die Sängerinnen ihrem Beispiel exakt folgen.

„Hier in Geldern werden unsere Konzerte gut angenommen“, sagt Geertje Wallasch. Seit zehn Jahren gibt es die neu aufgebaute Kantorei und hat sich seitdem musikalisch weiterentwickelt. So nahm der Chor 2017 im Jahr des Reformations-Jubiläums in Düsseldorf am „Lutheroratorium“ teil. Mit Händel und dem Projektchor steht jetzt erneut ein „Heimspiel“ an.

Die Probe neigt sich ihrem Ende entgegen. Auf Seite 31 steht die letzte Aufgabe für diesen Abend. „Sopran, Alt“, fordert die Dirigentin die Sängerinnen auf. „Männer“, nimmt sie die tieferen Stimmlage hinzu. „Er ist der König der Ehre““, jubeln am Ende alle. Und man kann sich gut vorstellen, wie gewaltig der Klang ist, wenn bei der Generalprobe am 26. Januar und bei der Aufführung am 27. Januar noch das Orchester dabei ist.


Das war Kultur live

13. März 2018

Geldern

"Curry auf Oliven" begeistert in Heilig-Geist

 

Das Ensemble "Noisten" spielte authentischen Klezmer, der sich musikalisch mit anderen Kulturen verbindet.

 

                                                                                                       FOTO: G. Wallasch

 

Geldern.

Das Ensemble "Noisten" war in der Reihe "Kunst trifft Kirche" in Geldern zu Gast.

                                                                                                                                       

Beim Gemeinschaftsprojekt der evangelischen Kirchengemeinde und dem Kunstverein Gelderland "Kunst trifft Kirche" war das Ensemble "Noisten" mit seinem Programm "Curry auf Oliven" zu Gast. Ortspfarrerin Sabine Heimann, Mirjam Grönheim-Keuck und die Vereinsvorsitzende Inge Ruhs freuten sich über eine volle Heilig-Geist-Kirche und versprachen authentischen Klezmer, der sich musikalisch mit anderen Kulturen verbindet und mit dynamischen Rhythmen und Melodien die jiddische Volksmusiktradition globalisiert.

 

Eröffnet wurde der Reigen beschwingt mit "Freylach", einem fröhlichen, traditionellen jiddischen Gruppentanz, bei dem Reinald Noisten (Klarinette und Bassklarinette) gleich die Vielseitigkeit seines Instruments vorstellte. Anschließend gab es den "Krakauer Kalauer", eine spritzig klangvolle Komposition des Bassisten Andreas Kneip, der im Stil des traditionellen polnischen Klezmers Altes mit Neuem kombinierte. Im Stil eines indischen Raga mit festen melodischen und ornamentalen Elementen entstand nach einer Idee des Sri Lankers Shan-Dewaguruparan (Perkussion) ein "Vanakkam Klezmer", der gefühlsbetont das Publikum mit sphärischen Klängen beflügelte.

 

Von Claus Schmidt (Gitarre und Bouzouki) stammt das "Bay a Glezele Mashke", ein gemäßigte, mit karibischen Elementen versetztes Stück. Es gelang den Musikern mit einer anregenden, abwechslungsreich harmonischen Kombination aus christlicher, islamischer und jüdischer Musik den drei abrahamitischen Weltreligionen die Zuhörer zu überzeugen. Die Heilig-Geist-Kirche trug mit ihrer glänzenden Akustik und mit einer bezaubernden Illumination in Form eines Sternenhimmels zu einer sensiblen Atmosphäre bei.

 

Mit "klaren Worten" ging es bei "Tacheles" zur Sache. "Curry auf Oliven" gab es in dem Global Klezmer "Shir" mit Blick auf die lauen Lüfte, bei denen man barfuß über den Rasen wandelt. Eine

Hommage an den Hinduismus gab es in Form einer "Skotshne", einer ausgefeilten Tanzmelodie mit raffinierten Übergängen und Perkussion-Effekten. Interaktiv vermittelte Reinald Noisten dem Publikum den Rhythmus eines 7/8-tel Taktes für das Lied "Gesiebte Oliven", und das gelang erstaunlich gut.

 

In einem phänomenalen Trommelsolo bewies Shan-Dewaguruparan seine Fingerfertigkeit auf den unterschiedlichen Perkussionsinstrumenten wie Tabla, Genjira, Gaddam, Djembe, Darbuka und der Maultrommel und sorgte für Begeisterung. Mit der "Blauen Hora", einem Tanz aus den Balkanstaaten, ließ Noisten seine Bassklarinette die Vielseitigkeit der musikalischen Wurzeln erklären. Mit der Premiere "Gute Nacht", die offensichtlich indische Herkunft hatte, endete ein beeindruckendes Konzert.

 

Quelle: RP


14.03.2018                                                                                                       Mein Artikel nun auch in den Niederrhein Nachrichten :)

Das Ensemble Noisten präsentierte einmal mehr ein abwechsungsreiches Programm in Geldern. Foto privat

(geschrieben direkt am Abend des Vorstellungstages: 11. März 2018)

Ensemble Noisten begeisterte mit "Curry auf Oliven"

"Kunst trifft Kirche" zum fünften Mal in der Heilig-Geist-Kirche in Geldern

 

GELDERN. Die Evangelische Kirchengemeinde Geldern, Bücher Keuck und der Kunstverein Gelderland hatten zur Veranstaltung "Kunst trifft Kirche" in die Heilig-Geist-Kirche eingeladen. Pfarrerin Sabine Heimann freute sich, viele Besucher zu dieser fünften Auflage begrüßen zu dürfen. Die Kirche mit ihrer wunderbaren Akustik liebe die Musik, so Heimann. Mirjam Keuck-Grönheim betonte, dass sie stolz sei, die Traditon fortsetzen zu können, die ihre Mutter mit ihrem Engagement für Kunst schon so viele Jahre prägt. Inge Ruhs vom Kunstverein Gelderland betonte, wie schön es sei, dass wieder das Ensemble Noisten heute hier gastiere. Dieses Mal mit einer besonderen Geschmacksrichtung: „Curry auf Oliven.“

 

 

Reinald Noisten stellte die Einflüsse der verschiedenen Kulturen in ihrem Programm vor und wünschte dem Publikum ein Erlebnis mit allen Sinnen. Und das wurde es dann auch. Mit dem ersten scharf gewürzten fröhlichen Tanz, dem „Krakauer Kalauer“ begann der Abend, den Andreas Kneip aus Erfahrungen in dieser Stadt in melancholisch bis rhythmisch bewegende Musik umgesetzt hatte und die vier Musiker mit ihren verschiedenen Instrumenten virtuos präsentierten. Die Musik war tatsächlich so authentisch wie Noisten es angekündigt hatte. Sie verband sich mit anderen Kulturen. Sogar eine indische Raga hatte das Ensemble Noisten verklezmert, in der die Tabla von Shan Devakuruparan besonders zum Tragen kam. Dafür hätten sie Zeit gebraucht, so Noisten. Das Ergebnis ließ indische Einflüsse nicht überhören.

 

 

Mit „Vanakkam Klezmer“ (Sei gegrüßt Klezmer) hatte sich das Ensemble in die Karibik geträumt. Die Instrumente kommunizierten die Kulturen und hießen den Klezmer willkommen. „Tacheles“ wurde in instrumentale Klänge transportiert. „Gesiebte Oliven“ gab es später auch.

 

 

Nach der Pause begeisterte Devan, der tamilische Meistertrommler aus Sri Lanka das Publikum mit einem Trommelsolo. Das Publikum ließ sich auf die zeitweise geforderten Klatschrhythmen ein. Das Programm so flüssig und kurzweilig mit Klarinette und Baßklarinette(Reinald Noisten), Gitarre und Bouzouki(Claus Schmidt), Tabla und anderen Schlaginstrumenten(Shan Devan) und Kontrabass und Ukulele(Andreas Kneip) instrumentalisiert, ließ staunen, dass kurz nach 20 Uhr schon zwei Stunden vergangen waren mit dieser abwechslungsreichen Vorstellung.

 

 

Die Zugabe, die nach dem fordernden Klatschen der Besucher präsentiert wurde, war ein Stück mit dem Titel „Gute Nacht“, das frisch aus dem Proberaum zum ersten Mal live gespielt wurde. Das wäre ja nicht das erste Mal, so Noisten, dass sie mit ihren verschiedenen Programmen etwas Neues in Geldern ausprobierten.  Geertje Wallasch                                                                                                                      

Erste Eindrücke, die ersten Gäste, Begrüßung....

Erleben pur.... Die Heilig-Geist-Kirche mal anders


Ensemble Noisten in Geldern:

Eine Kooperationsveranstaltung von BücherKeuck, der Evangelischen Kirchengemeinde Geldern und dem Kunstverein Gelderland

9. März 2018

Geldern

Trommeln für "Kunst trifft Kirche"

 

Mirjam Grönheim-Keuck, Christel Terhorst, Sabine Heimann und Geertje Wallasch (v.l.) hoffen auf eine volle Kirche beim Gastspiel vom Ensemble Noisten. FOTO: evers

 

 

 

Geldern. Am 11. März gibt es für die Besucher der Heilig-Geist Kirche" Curry auf Oliven" als Ohrenschmaus. Von Bianca Mokwa

 

 

Curry auf Oliven, das hört sich nach einer ungewöhnlichen Mischung an. So heißt das aktuelle Programm vom Ensemble Noisten. Das ist am Sonntag, 11. März, ab 18 Uhr zu Gast in der Heilig-Geist-Kirche Geldern.

 

"Die Zuhörer dürfen sich auf Musik aus verschiedenen Stilrichtungen freuen", verspricht Christel Terhorst vom Kunstverein Gelderland. Unverkennbar werde man aber die jüdische Klezmer-Musik noch heraushören, sagt Pfarrerin Sabine Heimann. Seit einigen Jahren gibt es schon die Kooperation zwischen der evangelischen Kirchengemeinde Geldern und dem Kunstverein. "Als sich der Kunstverein 1990 gründete, waren wir ein Verein ohne eigenen Raum", sagt Christel Terhorst. Aber wenn man keinen hat, muss man sich halt einen suchen, und dabei wurden die Vereinsmitglieder sehr kreativ.

 

Einmal im Jahr findet eine Veranstaltung in der Heilig-Geist-Kirche statt. "Die Kirche bietet dazu alle Voraussetzungen", sagt Pfarrerin Sabine Heimann. "Es ist ein wunderbarer Raum, und die Akustik ist einfach super."

 

An den Kulturabenden wird auch mit einem besonderen Lichtkonzept gearbeitet. Deswegen sind zu dem Abend am 11. März nicht nur die Freunde der jüdischen Klezmer-Musik besonders eingeladen, sondern jeder, der eine künstlerische Darbietung in besonderer Atmosphäre genießen möchte. Fester Bestandteil des Abends ist immer eine Pause, in der Häppchen, passend zum Thema, gereicht werden. Das sei auch ein ganz wichtiger Teil des Programms, einfach um miteinander ins Gespräch zu kommen, sind sich die Veranstalter einig. Die Gäste kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, habe man im Laufe der Jahre festgestellt. So steht spannenden Gesprächen nichts mehr im Wege.

 

Pfarrerin Heimann sieht auch im Programm selbst ein besonderes Miteinander. Nicht umsonst lautet der Titel des Konzerts "Global Klezmer". "Es ging auch in den vorherigen Veranstaltungen um Berührungspunkte der Religionen und nicht um Abgrenzung. Es geht darum, einen Dialog hinzukriegen, indem man aufeinander hört, ohne sich selbst aufzugeben." Die Musik ist dabei ein guter Mittler.

 

Die Eintrittskarten für diese Veranstaltung gibt es im Vorverkauf bei Bücher Keuck, der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt elf Euro plus Vorverkaufs-Gebühr. An der Abendkasse kosten die Karten 19 Euro, ermäßigt 14 Euro. Beginn der Veranstaltung am Sonntag, 11. März, ist um 18 Uhr.

 

Quelle: RP

 

 


Geldern

Wenn evangelische Gotteshäuser zu Kulturbühnen werden

"Curry auf Oliven"

Das "Ensemble Noisten" gastiert mit dem Programm "Curry auf Oliven"

in der Heilig-Geist-Kirche Geldern. FOTO: Moll/privat/Quelle RP

Am Sonntag, 11. März 2018 um 18 Uhr

Curry auf Oliven ist wohl eine äußerst ungewöhnliche kulinarische Begegnung, ebenso wie die Klezmer-Musik Ausdruck tief empfundener Religiosität und zugleich überschwenglicher Lebensfreude ist. Basierend auf der jüdischen Klezmermusik stellt jedes Musikstück eine musikalisch geschmackvolle Entdeckung dar, erzählt jeder Song eine Geschichte mit neuen Zutaten. So wird nicht nur das indisch-jüdische Stück "Vanakkam Klezmer" zu einem besonderen Genuss.

Das Wuppertaler Quartett um den Klarinettisten Reinald Noisten ist eine feste Größe in der gesamtdeutschen Musikszene und darüber hinaus. Ihr Markenzeichen: unbändige Spielfreude, virtuose Technik und stilvolle Arrangements. Zum Programm ist ein kleines Kochbüchlein entstanden: Booklet zur CD "Curry auf Oliven".

Kartenvorverkauf bei Bücher Keuck Geldern


Glasperlen in der Kirche

"Das Glasperlenspiel" in der Heilig-Geist-Kirche Geldern

 

(27. Oktober 2015)

 

Kunst trifft Kirche:Das Glasperlenspiel“ in der Heilig-Geist-Kirche Geldern
Die Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Geldern erstrahlte an diesem Abend nicht nur wie an jedem Tag mit ihren zauberhaften Fenstern in die Nacht, sondern auch das Innere des Gebäudes zeigte sich in einem anderen Glanz mit seiner besonderen Illumination. Die angestrahlte Decke des Kirchengebäudes holte den Sternenhimmel nach innen. Grund dafür war die Aufführung des letzten Werkes Hermann Hesses, „Das Glasperlenspiel“, das der Kunstverein Geldern in einer Gemeinschaftsveranstaltung mit Bücher Keuck und der Evangelischen Kirchengemeinde in einer szenisch-musikalischen Lesung zeigte. Die Schauspielerin Gisela Berk, die Schauspieler Carlos Garcia Piedra und Friedhelm Weiß verliehen diesem Stück Hesses die besondere Note und Aufmerksamkeit, die es verdient. Die Unvollkommenheit der Menschheit, aber auch die Einmaligkeit der einzelnen Individuen wurde besonders gut dargestellt und durch die Sprache, Mimik und Gestik der Darsteller unterstrichen. Der Cellist Philipp Matthias Kaufmann untermalte mit seiner Musik die Aufführung wiederum auf eine besondere Weise. „Das Glasperlenspiel“ wurde eingeleitet von der Organistin der Evangelischen Gemeinde, Jeehyun Park, mit einem grandiosen Spiel an der Orgel der Heilig-Geist-Kirche. Bei dem musikalischen Ausklang der begnadeten Musikerin zeigte die Organistin nicht nur ihr fulminantes Können, sie gab der ganzen Aufführung das verdiente Ende und die Kirchenbesucher schienen die Glasperlen durch die Kirche rieseln zu hören. Wieder Zuhause holte die Verfasserin dieser Zeilen ihr „Glasperlenspiel“ aus ihrem Bücherschrank, um noch ein wenig nachzuspüren, was sie da in der Heilig-Geist-Kirche erleben durfte. © geertjens

 

 

 

Seite im Aufbau....

"Tach zusammen"

Kunst trifft Kirche

Eine Veranstaltung von "Kunst trifft Kirche" :

„Tach zusammen“ - bernshteyn trio

Klezmer Musik und Texte von Hanns Dieter Hüsch

(06.10.2016)

„Tach zusammen“ - Kunst trifft Kirche

bernshteyn trio: Klezmer Musik und Texte von Hanns Dieter Hüsch

In der Veranstaltungsreihe „Kunst trifft Kirche“ luden die Evangelische Kirchengemeinde Geldern, Bücher Keuck und der Kunstverein Gelderland, am vergangenen Sonntag zu einem Konzert ein, das Wort und Musik verbindet. So waren es in diesem Jahr die Worte des Niederrheiners Hüsch und die Klezmer Musik des trios bernshteyn, die die Besucher in der Heilig-Geist-Kirche begeistern sollten.

Nach der Begrüßung durch Pfarrerin Sabine Heimann und Christel Terhorst vom Kunstverein Gelderland und der ersten Klezmer Musik lauschte das Publikum der gut besuchten „Heilig-Geist-Kirche“ den Worten der Interpretin Ute Bernstein: „Bedenkt, dass jetzt um diese Zeit der Mond die Stadt erreicht.“ Die Musik setzte wieder ein mit Ute Bernstein(Violine), Achim Lüdecke(Gitarre) und Peter Hohlweger(Akkordeon). Die Begrüßung nach diesem Stück war „Tach zusammen“. So stand mit Ute Bernstein der Kabarettist Hüsch fast selbst auf dem Podest vor dem Abendmahlstisch der Heilig-Geist-Kirche. Die Beleuchtung: Ein warmer Rotton changierte später in ein Grün, das sich mit dem Sternenhimmel an der Kirchendecke zu verbinden schien. Die wunderbaren Klänge der Klezmer Musik, der jiddischen Lieder fanden ihren Eingang in die Ohren, so wie die Worte Hüschs, rezitiert von Ute Bernstein.

„Das Licht der Welt sah ich am Niederrhein, evangelisch, hüftleidend, philosophischer Clown, wehruntauglich, meine Füße haben mich aus dem Schlamassel raus gehalten.“ - „Herablassen, sich zuwenden, nicht besitzen wollen, Fehler nicht als Schande empfinden. Verloren, die wir sind, wenn wir uns nicht mehr umarmen können und Frieden machen.“

Achim Lüdecke sang das erste jiddische Lied, eine traurige Ballade über eine Frau. „Jemand betet für mich, jemand streichelt mich mit Seide“, so übersetzte Ute Bernstein Teile des Lieds. Nach melancholischen Klängen folgte nach einer Pause „Das Phänomen“: „Das scheint ein alter Menschenbrauch, nur weil ein andrer anders spricht und hat ein anderes Gesicht, und wenn man´s noch so harmlos meint, das ist das Anfangsbild vom Feind. Er passt mir nicht, er liegt mir nicht, ich mag ihn nicht und find ihn schlicht...“ - „Ich habe Angst und muss doch mutig sein. Es ist zu viel zu lernen in unserer kurzen Zeit, das Böse zu entfernen, das Gute einzupflanzen, in Herz und Hirn und Seel´, im Kleinen wie im Ganzen“.

„Der liebe Gott muss wohl ein Akkordeonspieler sein“, so Bernstein. Hüsch meinte, dass man ab und zu hören kann, wie Gott abends, so um halb zehn, im Himmel Akkordeon spielt: „Leicht und hell, nicht immer“. Wenn man Peter Hohlweger, dem Akkordeonspieler des bernshteyn- trio lauschte, mochte man es glauben. Nach „Wir sind alle nicht so wichtig“ schwirrten melodische, rhythmische, teils gewollt schräge Töne, mit pfeifenden Untermalungen durch die Kirche. So farbig wie die Kirche erstrahlte, so bunt war das Programm: Die Worte Hüschs, rezitiert von Ute Bernstein, aber auch das Klangspektrum der Musiker Achim Lüdecke, Gitarre und Peter Hohlweger, Akkordeon begeisterte. Die Violine, gespielt von Ute Bernstein, grandios. Das Publikum sparte mit seinem Applaus nicht. Mit den Worten „Ich setze auf die Liebe“ sollte es enden: „Jeder weiß besser woran es liegt, doch es hat noch niemand den Hass besiegt, ohne es selbst zu beenden.“ - „Ich setze auf die Liebe! Schluss.“ Und doch noch nicht Schluss.

„Und das hab ich mir eigentlich immer gewünscht.....Also, dass ich in der Lage bin, nicht mehr nachtragen zu müssen, dass ich niemanden etwas nachtrage. Mit anderen Worten. Dass ich fähig werde, nicht mehr nachtragend zu sein.....Und der Friede kann endlich in mein Herz einziehen.“ Und dann noch eins: „Schmetterling fliegt nach Haus, wildes Pferd kommt nach Haus, altes Kind kommt nach Haus, die Lampen leuchten, der Tag ist aus.“

© geertjens

Eintrag ins Gästebuch von bernshteyn:

 

am 28. Oktober 2016 um 15:44 Uhr
schrieb
Geertje Wallasch
Zauberhafter Abend in der Heilig-Geist-Kirche Geldern
„Tach zusammen“ - Kunst trifft Kirche Das hätte Hanns Dieter Hüsch bestimmt gefallen. In der Veranstaltungsreihe „Kunst trifft Kirche“ luden die Evangelische Kirchengemeinde Geldern, Bücher Keuck und der Kunstverein Gelderland, wieder zu einem Konzert ein, das Wort und Musik verbindet. So waren es in diesem Jahr die Worte des Niederrheiners Hüsch und die Klezmer Musik des trios bernshteyn, die die Besucher in der Heilig-Geist-Kirche begeistern sollten. Mit Ute Bernstein stand der Kabarettist Hüsch fast selbst auf dem Podest vor dem Abendmahlstisch der Heilig-Geist-Kirche. Die Beleuchtung tauchte die Kirche in ein romantisches Licht: Ein warmer Rotton changierte später in ein Grün, das sich mit dem Sternenhimmel an der Kirchendecke zu verbinden schien. Die wunderbaren Klänge der Klezmer-Musik, der jiddischen Lieder fanden ihren Eingang in die Ohren, so wie die Worte Hüschs, rezitiert von Ute Bernstein. Ich empfand es als „hörende Stille“. So farbig wie die Kirche erstrahlte, so bunt war das Programm: Neben melancholischen, rhythmischen und melodischen Klängen gab es auch gewollt schräge Töne mit pfeifenden Untermalungen. Die Worte Hüschs, rezitiert von Ute Bernstein, aber auch das Klangspektrum der Musiker Achim Lüdecke, Gitarre und Peter Hohlweger, Akkordeon begeisterten. Die Violine, gespielt von Ute Bernstein, grandios. Mit den Worten „Ich setze auf die Liebe“ wurde das Ende des Programms gewählt. Das Publikum sparte mit seinem Applaus nicht. Meine eigene Begeisterung, die ich beim Hinausgehen empfand, spiegelte sich in den Wortfetzen, die ich beim Vorübergehen mitbekam, aber auch in den Gesprächen mit dem Einen oder Anderen.

Das Stundenbuch der Maria von Geldern

Jubiläumsschrift 600 Jahre Heilig-Geist in Geldern 1415 - 2015

Jubiläumsschrift der Evangelischen Kirchengemeinde Geldern zum 600jährigen Jubiläum des Gasthauses Heilig-Geist.


 

Das Stundenbuch der Maria von Geldern

 

Mit Miniaturen und Ornamentik reich ausgeschmückt, kamen die Stundenbücher als private Gebetbücher einer frommen, standesbewussten Gesellschaftsschicht im 12. Jahrhundert auf. Vor der Erfindung des Buchdrucks waren sie von fürstlichen Personen beauftragte Handschriften.

 

 

Dabei waren sie so eng mit dem Leben dieser Persönlichkeiten und Familien verknüpft, dass sie heute einen interessanten Ausschnitt europäischer Geschichte vermitteln.

 

Die Stundenbücher waren nach täglichen Andachtsstunden geordnete Gebetssammlungen für Laien mit reichem Bilderschmuck. Typisch sind rahmende Randleisten.

 

 

Das Stundenbuch der Maria d´Harcourt, Herzogin von Geldern ist sowohl künstlerisch wie historisch eine den Wissenschaftlicher herausfordernde Handschrift.

 

Die Handschrift, deren Text in Niederdeutsch geschrieben ist, ist für die Herzogin von Geldern am 23. Februar 1415 im Kloster Marienborn (Arnheim) von Bruder Helmich de Leev vollendet worden. Im gleichen Jahr beginnt man, die Gasthauskapelle

Heilig-Geist zu bauen.

 

In einem Bildnis, das aristokratische Manieriertheit und mystische Gleichstellung mit der Jungfrau Maria verbindet, hat sie ein unvergessliches Porträt ihrer selbst als Idealtyp der großen Dame mit ihrem Stundenbuch hinterlassen.

 

Als Tochter von Johann VI. Graf von Harcourt und Aumale und der Cathérine von Bourbon, Prinzessin

von Frankreich geboren, wurde sie am 5. Mai 1405 mit Rainald IV., Herzog von Geldern verheiratet. Kinderlos stirbt sie im Jahr 1425.

 

Marie d´Harcourt brachte einen Hauch von französischer Lebensweise, Gebräuchen und Geschmack nach Geldern mit.

 

Das hier gezeigte Bild ihres Stundenbuches ist in ihrer Ausstrahlung so französisch und steht in einem so markanten Gegensatz zu den anderen Miniaturen dieser deutsch-holländischen Handschrift, dass die Einfügung beabsichtigt war.

 

Diese Miniatur wirkt auf den ersten Blick wie ein Bild

über gotische Mode. Eine vorzüglich gekleidete Dame steht in einem Garten und liest ihr Stundenbuch, das ihr ein Engel überreicht. Erst wenn man den rosenbewachsenen Zaun des ummauerten Gartens oder „hortus conclusus“ (Symbol des Paradieses) und die Gegenwart Gottes im Bogen am oberen Rand bemerkt, der den Heiligen Geist in Form einer Taube freilässt, ahnt man, dass es sich hier um eine Verkündigungsszene handeln könnte.

 

 

 

 

 

 

Noch heute finden wir im Südfenster unserer Heilig-Geist-Kirche das Symbol des Heiligen Geistes in Form einer Taube.

 

 

Stellt die elegant gekleidete Dame mit einer als bourrelet bezeichneten Kappe statt eines Heiligenscheins die Jungfrau Maria dar, oder handelt es sich um die Eigentümerin des Gebetbuches?

 

 

Nachdem man von Maria von Gelderns Kinderlosigkeit weiß, wirkt die Symbolik der blauen Robe der Jungfrau, der „hortus conclusus“ und die Engel weniger vermessen. Dies ist mehr als lediglich das Bild einer hübschen Frau in einem Garten. 

Es verbindet auf für Stundenbücher aus dieser Zeit ungewöhnliche Weise religiösen Glauben mit Modebewusstsein.

Quellenangabe:

 

John Harthan, Stundenbücher und ihre Eigentümer, 2. Auflage, Freiburg im Breisgau 1982

Geertje Wallasch, Presbyterin