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Die Quelle der Wüste

Empfindung

Sinneseindruck

Findung

 

Du bist unverwüstlich. Ja, antwortete ich, ich soll doch unausrottbar sein wie der Löwenzahn. Das und weitere Wünsche nahm ich mir zu Herzen.

 

Was ist denn nun unverwüstlich, fragte ich mich.

 

Mein Gegenüber schien den Wortbedeutungen auf den Grund gegangen zu sein. Wortverliebt wie ich? Wir lasen die gleichen Bücher, ohne vorher darüber gesprochen zu haben. Immer wieder bemerkten wir, wir waren ähnlich unterwegs. Wenn dein Gegenüber ähnlich tickt wie du. Das ist erfüllend, bestätigt dich, lässt dich weiter gehen. Ich glaube, diese gegenseitige Bestätigung, die sie ja letztlich ist, ist nicht so verkehrt. Wir sind nicht „auf dem Holzweg“.

 

In seiner Sprichwörtersammlung und in seinen „Tischreden“ verwandte auch Martin Luther diese Redensart mehrfach.

 

Überlebt man in der Wüste, ist man unverwüstlich? Schöpfte dieses Wort seine Quelle aus der trockenen Wüste?

 

Jesus ging in die Wüste. Er zog sich zurück, um sich Klarheit zu verschaffen. Um mit dem Vater zu sprechen. Er ging zum Beten in die Wüste. Er ging in sich. Gestärkt kam er heraus.

 

 

 

Unverwüstlich: auch dauernden starken Belastungen standhaltend, dadurch nicht unbrauchbar werdend, nicht entzweigehend, in übertragender Bedeutung: einen unverwüstlichen Humor haben.

 

Es gibt Menschen, die verstehen meinen Humor nicht. Mir hilft er. Ich lache sehr gerne. Unverwüstlich, ein Synonym ist: unempfindlich. Doch. Ich bin empfindlich. Nein, besser ausgedrückt: empfindsam. Das macht es nicht leichter: beständig, haltbar, zäh zu sein, wie es die Synonyme zum Ausdruck bringen.

 

Manchmal empfinde ich es als mühselig. Dieses Wort mühselig sagt mir wiederum, es kann Sinn machen, unverwüstlich unterwegs zu sein. Ich mache weiter. Mit meinem Wandelsinn. Der birgt viele Möglichkeiten. Ich möchte sie nutzen.

 

© geertjens

 

 

Bilder © dWa