Alt? Was nun? - Noch einmal alles offen...

 

Keine Zeit der Verzweiflung, sondern eine Chance, die es zu nutzen gilt.

 

 

 

So sieht es Cornelia Coenen-Marx und schreibt es in einem 200seitigen Buch mit dem Titel: „Noch einmal ist alles offen“ nieder. Der Untertitel „Das Geschenk des Älterwerdens“ lässt ahnen, worauf es hinführen soll.

 

 

 

Jedoch wird dabei nichts beschönigt, ganz im Gegenteil. Dass die Gesellschaft, die Verantwortlichen in der Politik gerade „die Alten“ vernachlässigt und daran noch einiges unbedingt berichtigt werden sollte, das ist offensichtlich. Coenen-Marx macht dies in ihrem Buch sehr deutlich und es ist gut, es noch einmal so komprimiert zu lesen, obwohl uns vieles davon nicht unbekannt ist. In dieser Bündelung, die die Autorin leistet, werden die Probleme der Zukunft deutlicher.

 

 

 

Aber keine Angst, dies Buch macht nicht depressiv. Es lässt uns begreifen, dass wir gerade im Alter eine gute Chance haben, einige unserer Träume zu realisieren. Die Voraussetzungen dafür haben wir. Darauf weist das Buch in einer beeindruckenden Art hin. Wenn wir es in „jungen Jahren“ gehört hätten, wäre uns der Glaube daran schwer gefallen: Die Rückschläge, die wir vielleicht hinnehmen müssen, bringen uns in unserem Leben oft weiter, als die Dinge, die wir leisten und uns erfolgreich machen. Das ist in diesem guten Buch auf eine kurzweilige Weise nachzulesen.

 

 

 

Es macht Mut, dem Älterwerden mit Gelassenheit zu begegnen und sich darauf zu freuen. Lest dieses Buch! Ich habe mich beim Lesen häufig wiedergefunden und mochte es nicht mehr aus der Hand legen. Mein Bleistift kennzeichnete Stellen, die ich später noch einmal lesen werde.

 

© geertjens

 

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Glauben – leicht gemacht?

 

 

 

Die unerhörte Leichtigkeit des Glaubens“

 

 

 

so heißt das Buch, das Rainer Haak schrieb. Es erschien im September 2017 im adeo-Verlag.

 

 

 

 

Am 29.08. hielt ich es in meinen Händen und legte es erst einmal wie einen Schatz auf den Tisch. Ich hatte beim ersten Sichten des Inhalts in aller Oberflächlichkeit sehr schnell begriffen(Verstand) oder besser vielleicht gespürt(Seele), dass es mein Buch werden würde. Lesen Sie das Buch. Sie werden sehr bald merken, was es mit der Unterteilung der Begriffe Seele und Verstand auf sich hat. Der Verstand und die Seele führen in der Innenwelt des Autors einen Dialog. Später kommt die Außenwelt als wichtiger Aspekt zum Tragen.

 

 

Mir kam das Buch von Rainer Haak gerade recht, in einer Zeit, in der ich merkte, wie mein Verstand ständig mit der Seele kämpfte oder umgekehrt, die Seele versuchte den Verstand zu überzeugen. Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch die Worte: „Glaube macht nur groß – nicht klein. Glaube schenkt Freiheit und Leichtigkeit – nicht Druck. Glaube lebt zuerst im Herz – und erst dann im Kopf. Glaube macht das Leben bunt – nicht grau.“

 

 

 

Als Kind kam der Glaube in mein Herz. Meine Eltern hatten einen großen Anteil daran. Gott sei Dank! In letzter Zeit ertappte ich mich zunehmend, dass mein Verstand den Glauben begreifen wollte. Das führte aber eher zum Zweifeln als zum Glauben. Ich spürte, ich brauche beides: meinen Verstand, aber unbedingt auch meine Seele.

 

 

Diese Balance, die nötig ist für „Die unerhörte Leichtigkeit des Glaubens“, die uns Rainer Haak näher bringen möchte, ist ihm auf eine poetische Art und Weise gelungen. So erfuhr ich es. Er selbst spricht von der poetischen Dreieinigkeit, die er in Geborgenheit, Wachstum und Veränderung, Liebe und Lebendigkeit einteilt. Die Geborgenheit kennzeichnet er mit der blauen Farbe, Wachstum und Veränderung erhalten einen grünen Anstrich. „Rot ist die Farbe der Liebe, Gold steht für die Fülle des Lebens.“

 

 

 

Der Autor liebte es, Listen zu erstellen, zu hinterfragen, zu analysieren. Auch bei ihm schien sein Verstand die Seele erdrücken zu wollen. Seine Seele ließ es nicht zu. Mit einem Fest schließlich erfuhren Seele und Verstand eine Balance, die sie zusammen tanzen ließ. Singen und Tanzen musste die Seele vorher meistens alleine. Zum Fest waren viele Gäste geladen, da führte der Verstand mal keine Liste, an der die Seele fast verzweifelte. Das erledigte ich dann als Leserin.

 

 

 

 

Es waren sechzehn Gäste, die Freude, die Kreativität, das Verletzte Gefühl, die Wut, der Frieden, die Angst und der Mut, die Trauer und die Liebe, und noch mehr waren dabei. Nicht zu vergessen der kleine Clown. Das Licht spielte eine wichtige Rolle, auch der Regenbogen durfte nicht fehlen.

 

 

 

Ich könnte noch viel mehr schreiben. Einhundert und zweiundzwanzig Seiten Glück. Dieses Glück, die Lebendigkeit sollten Sie selbst erfahren, wenn Sie Seite für Seite umblättern und immer weiter lesen möchten. Auch solche Bücher, für mich vor allem solche, können ebenfalls zu den so genannten „Pageturnern“ werden, wie gerne Krimis oder Actionthriller angepriesen werden.

 

 

 

 

Schnell wollte ich eigentlich nicht lesen, dieses Buch. Ich wollte es mit Muße lesen, weil ich es sofort sehr mochte. Nun werde ich es noch einmal lesen. Das passiert nicht oft. Es gibt einige gute Bücher, die hier noch auf mich warten. Jedoch dieses Buch möchte ich immer mal wieder in die Hände nehmen, darin blättern. Angestrichene Stellen werden mir den Weg weisen. Wie dieses Buch ein Wegweiser sein kann für uns alle, gerade in der heutigen Zeit. In der die Ereignisse in der Welt uns manchmal unsicher machen, was wir glauben sollen. Aber gerade dieses Buch kann uns ein Begleiter sein, der uns begreifen lässt und den Glauben leicht macht. Danke, Rainer Haak, für dieses Buch.

 

"Lehrender Christus" von Ernst Barlach,

fotografiert bei einem Besuch in der Antoniterkirche Köln, Schildergasse.

 

Liebe Leser und Leserinnen, verzeihen Sie mir, wenn ich vielleicht nicht immer sachlich rezensierte. Das wäre mir bei diesem Buch schwer gefallen. Auf dieses Buch konnte ich nur mit einem leicht poetischen, sehr persönlichen Text reagieren.

 

Geertje Wallasch, alias July Jürgens                                                                7. Oktober 2017

 

© geertjens

 

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